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1900

An die deutsche Sprache

Theodor Däubler

Ein mächtiger Mond überwältigt Gestalten, In Stummheit um schauderndes Spüren gebaut, Gebeut ihnen: Sagt! Und da hör ich den Laut Der Vorfahren freundlich im Wunderwald walten.

Ich seh Zugedichtete Ansprachen halten: Woher an das Ich, daß ihm hingebannt graut? Bald lispelts durch Finsternis lieblich und traut: Was wolkt, als ob Sprachen ums Mondwort sich ballten?

Ich lächle bloß einer: da stürzt sich ihr Segen Aufs Fühlen aus Glück, daß ich Mensch bin, herab. Dann tret ich dem Monde bekennend entgegen: Er schirrt ein Gespann mir, zu rhythmendem Trab!

Der Fron frei entdacht, übertrumpft mich Sich-Regen Geschildeter jäh: ihre Reden sind knapp.

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