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1797–1848

Luft.

Annette von Droste-Hülshoff

Wo die Felsenlager stehen, Sich des Schnees Daunen blähen, Auf des Chimborasso Höhen Ist der junge Stral erwacht;

Regt und dehnt die ros'gen Glieder, Schüttelt dann sein Goldgefieder, Mit dem Flimmerauge nieder Blinzt er in des Thales Schacht.

Dringt zu dir im weichen Duft Nicht der Himmelsodem — Luft? In's frische Land der Jäger tritt: „gegrüßt du fröhlicher Morgen!

Gegrüßt du Sonn', mit dem leichten Schritt Wir Beiden ziehn ohne Sorgen. Und drei Mal gegrüßt mein Geselle Wind, Der stets mir wandelt zur Seite,

Im Walde flüstert durch Blätter lind, Zur Höh' gibt springend Geleite. Und hat die Gems, das listige Thier, Mich verlockt in ihr zackiges Felsrevier,

Wie sind wir Drei dann so ganz allein, Du, Luft, und ich, und der uralte Stein!

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