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1797–1848

IiI .

Annette von Droste-Hülshoff

Von heut am siebenten Tag' Das war eine schwere Stund', Als am Balkone lag Auf ihren Knien Allgund.

Laut waren des Herzens Schläge: „o Herr! erbarme dich mein, „und bracht' ich Böses zuwege, „mein sey die Buß' allein.“

Dann beugt sie tief hinab, Sie horcht und horcht und lauscht: Vom Wehre tos't es herab, Vom Forste drunten es rauscht.

War das ein Fußtritt? nein! Der Hirsch setzt über die Kluft. Sollt' ein Signal das seyn? Doch nein, der Auerhahn ruft.

„o mein Erlöser, mein Hort! „ich bin mit Sünde beschwert, „sey gnädig und nimm mich fort, „eh' heim mein Gatte gekehrt.“

„ach, wen der Böse umgarnt, „dem alle Kraft er bricht! „doch hab' ich ja nur gewarnt, „verrathen, verrathen ja nicht!“

„weh! das sind Rossestritte.“ Sie sah sie fliegen durch's Thal Mit wildem grimmigen Ritte, Sie sah auch ihren Gemahl.

Sie sah ihn dräuen, genau, Sie sah ihn ballen die Hand: Da sanken die Knie der Frau, Da rollte sie über den Rand.

Und als zum Schlimmen entschlossen Der Graf sprengt' in das Thor, Kam Blut entgegen geflossen, Drang unter'm Gitter hervor.

Und als er die Hände sah falten Sein Weib in letzter Noth, Da konnt' er den Zorn nicht halten, Bleich ward sein Gesicht so roth.

„weib, das den Tod sich erkor!“ — „'S war nicht mein Wille“ sie sprach, Noch eben bracht' sie's hervor. „weib, das seine Schwüre brach!“

Wie Abendlüfte verwehen Noch einmal haucht sie ihn an: „es mußt' eine Sünde geschehen — „ich hab' sie für dich gethan!“

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