Der Anger dampft, es kocht die Ruhr, Im scharfen Ost die Halme pfeifen, Da trabt es sachte durch die Flur, Da taucht es auf wie Nebelstreifen,
Da nieder rauscht es in den Fluß, Und stemmend gen der Wellen Guß Es fliegt der Bug, die Hufe greifen. Ein Schnauben noch, ein Satz, und frei
Das Roß schwingt seine nassen Flanken, Und wieder eins, und wieder zwei, Bis fünf und zwanzig stehn wie Schranken: Voran, voran durch Haid und Wald,
Und wo sich wüst das Dickicht ballt, Da brechen knisternd sie die Ranken. Am Eichenstamm, im Ueberwind, Um einen Ast den Arm geschlungen,
Der Isenburger steht und sinnt Und naget an Erinnerungen. Ob er vernimmt, was durch's Gezweig Ihm Rinkerad, der Ritter bleich,
Raunt leise wie mit Vögelzungen? „graf, flüstert es, Graf haltet dicht, Mich dünkt, als woll' es euch bethören; Bei Christi Blute, laßt uns nicht
Heim wie gepeitschte Hunde kehren! Wer hat gefesselt eure Hand, Den freien Stegreif euch verrannt?“ — Der Isenburg scheint nicht zu hören.
„graf, flüstert es, wer war der Mann, Dem zu dem Kreuz die Rose Wer machte euren Schwätzer dann In seinem eignen Land zum Gaste?
Und, Graf, wer höhnte euer Recht, Wer stempelt euch zum Pfaffenknecht?“ — Der Isenburg biegt an dem Aste. „und wer, wer hat euch zuerkannt,
Im härnen Sünderhemd zu stehen, Die Schandekerz' in eurer Hand, Und alte Vetteln anzuflehen Um Kyrie und Litaney!?“ —
Da krachend bricht der Ast entzwei Und wirbelt in des Sturmes Weben. Spricht Isenburg: „mein guter Fant, Und meinst du denn ich sey begraben?
O laß mich nur in meiner Hand — Doch ruhig, still, ich höre traben!“ Sie stehen lauschend, vorgebeugt; Durch das Gezweig der Helmbusch steigt
Und flattert drüber gleich dem Raben.
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