Skip to content
1797–1848

Herbst.

Annette von Droste-Hülshoff

Wenn ich an einem schönen Tag Der Mittagsstunde habe Acht, Und lehne unter meinem Baum So mitten in der Trauben Pracht:

Wenn die Zeitlose über's Thal Den amethystnen Teppich webt, Auf dem der letzte Schmetterling So schillernd wie der frühste bebt:

Dann denk' ich wenig drüber nach, Wie's nun verkümmert Tag für Tag, Und kann mit halbverschlossnem Blick Vom Lenze träumen und von Glück.

Du mit dem frischgefall'nen Schnee, Du thust mir in den Augen weh! Willst uns den Winter schon bereiten: Von Schlucht zu Schlucht sieht man ihn gleiten,

Und bald, bald wälzt er sich herab Von dir, o Säntis! ödes Grab!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Herbst. · Annette von Droste-Hülshoff · Poetry Cove