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1835

Ein milder Wintertag

Annette von Droste-Hülshoff

An jenes Waldes Enden, Wo still der Weiher liegt Und längs den Fichtenwänden Sich lind Gemurmel wiegt:

Wo in der Sonnenhelle, So matt und kalt sie ist, Doch immerfort die Welle Das Ufer flimmernd küßt:

Da weiß ich, schön zum Malen, Noch eine schmale Schlucht, Wo all' die kleinen Strahlen Sich fangen in der Bucht;

Ein trocken, windstill Eckchen, Und so an Grüne reich, Daß auf dem ganzen Fleckchen Mich kränkt kein dürrer Zweig.

Will ich den Mantel dichte Nun legen übers Moos, Mich lehnen an die Fichte, Und dann auf meinen Schoß

Gezweig' und Kräuter breiten, So gut ich's finden mag: Wer will mir's übel deuten, Spiel' ich den Sommertag?

Will nicht die Grille hallen, So säuselt doch das Ried; Sind stumm die Nachtigallen, So sing' ich selbst ein Lied.

Und hat Natur zum Feste Nur wenig dargebracht: Die Lust ist stets die beste, Die man sich selber macht.

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