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1797–1848

Ein harter Wintertag.

Annette von Droste-Hülshoff

Daß ich dich so verkümmert seh', Mein lieb' lebend'ges Wasserreich, Daß ganz versteckt in Eis und Schnee Du siehst der plumpen Erde gleich;

Auch daß voll Reif und Schollen hängt Dein überglas'ter Fichtengang: Das ist es nicht, was mich beengt, Geh' ich an deinem Bord entlang.

Zwar in der immer grünen Zier Erschienst, o freundlich Element, Du ähnlich den Oasen mir, Die des Arabers Sehnsucht kennt;

Wenn neben der verdorrten Flur Erblühten deine Moose noch, Wenn durch die schweigende Natur Erklangen deine Wellen doch.

Allein auch heute wollt' ich gern Mich des krystallnen Flimmers freun, Belauschen jeden Farbenstern Und keinen Sommertag bereun:

Wär' nicht dem Ufer längs, so breit, Die glatte Schlittenbahn gefegt, Worauf sich wohl zur Mittagszeit Gar manche rüst'ge Ferse regt.

Bedenk' ich nun, wie manches Jahr Ich nimmer eine Eisbahn sah: Wohl wird mir's trüb' und wunderbar, Und tausend Bilder treten nah.

Was blieb an Wünschen unerfüllt, Das nähm' ich noch gelassen mit: Doch ach, der Frost so manchen hüllt, Der einst so fröhlich drüber glitt!

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