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1797–1848

Die Wasserfäden .

Annette von Droste-Hülshoff

Neid' uns! neid' uns! lass' die Zweige hangen, Nicht weil flüssigen Kristall wir trinken, Neben uns des Himmels Sterne blinken, Sonne sich in unserm Netz gefangen —

Nein, des Teiches Blutsverwandte, fest Hält er all uns an die Brust gepreßt, Und wir bohren uns're feinen Ranken In das Herz ihm, wie ein liebend Weib,

Dringen Adern gleich durch seinen Leib, Dämmern auf wie seines Traums Gedanken; Wer uns kennt, der nennt uns lieb und treu, Und die Schmerle birgt in uns'rer Hut

Und die Karpfenmutter ihre Brut; Welle mag in unserm Schleier kosen; Uns nur traut die holde Wasserfey, Sie, die Schöne, lieblicher als Rosen.

Schleuß, Trifolium, Kurz dein Tag, doch königlich sein Lauf!

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