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1797–1848

Die Vogelhütte.

Annette von Droste-Hülshoff

Es verrieselt, es verraucht, Mählig aus der Wolke taucht Neu hervor der Sonnenadel. In den feinen Dunst die Fichte

Ihre grünen Dornen streckt, Wie ein schönes Weib die Nadel In den Spitzenschleier steckt; Und die Haide steht im Lichte

Zahllos blanker Tropfen, die Am Wachholder zittern, wie Glasgehänge an dem Lüster. Ueberm Grund geht ein Geflüster,

Jedes Kräutchen reckt sich auf, Und in langgestrecktem Lauf, Durch den Sand des Pfades eilend, Blitzt das gold'ne Panzerhemd

Des Kurier's; Streicht die Grille sich das Naß Von der Flügel grünem Glas. Grashalm glänzt wie eine Klinge,

Und die kleinen Schmetterlinge, Blau, orange, gelb und weiß, Jagen tummelnd sich im Kreis. Alles Schimmer, alles Licht,

Bergwald mag und Welle nicht Solche Farbentöne hegen, Wie die Haide nach dem Regen.

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