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1842

Die Steppe

Annette von Droste-Hülshoff

Standest du je am Strande, Wenn Tag und Nacht sich gleichen, Und sahst aus Lehm und Sande Die Regenrinnen schleichen –

Zahllose Schmugglerquellen, Und dann, so weit das Auge Nur reicht, des Meeres Wellen Gefärbt mit gelber Lauge? –

Hier ist die Dün' und drunten Das Meer; Kanonen gleichend Stehn Schäferkarrn, die Lunten Verlöscht am Boden streichend.

Gilt's etwa dem Korsaren Im flatternden Kaftane, Den dort ich kann gewahren Im gelben Ozeane?

Er scheint das Tau zu schlagen, Sein Schiff verdeckt die Düne, Doch sieht den Mast man ragen, – Ein dürrer Fichtenhüne;

Von seines Toppes Kunkel Die Seile stramm wie Äste, Der Mastkorb, rauh und dunkel, Gleicht einem Weihenneste! –

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Die Steppe · Annette von Droste-Hülshoff · Poetry Cove