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1797–1848

Der Graue.

Annette von Droste-Hülshoff

Es war um die Septemberzeit, Als, schürend des Kamines Brand, Gebückt, in regenfeuchtem Kleid, Der Hausherr in der Halle stand,

Er und die Gäste, All' im Rauch; Van Neelen, Redel, Verney, Dahm, Und dann der blonde Waller auch, Der eben erst aus Smyrna kam.

Im Schlote schnob der Wind, es goß Der Regen sprudelnd sich vom Dach, Und wenn am Brand ein Flämmchen schoß, Schien doppelt öde das Gemach.

Die Gäste waren all' zur Hand, Erleichternd ihres Wirthes Müh'; Van Neelen nur am Fenster stand, Und schimpfte auf die Landparthie.

Doch nach und nach mag's besser gehn, Schon hat der Wind die Glut gefacht, Den Regen läßt man draußen stehn, Champagnerflaschen sind gebracht.

Die Leuchter hatten wenig Werth, Es gieng wie beim Studentenfest: Sobald die Flasche ist geleert, Wird eine Kerze drauf gepreßt.

Je mehr es fehlt, so mehr man lacht, Der Wein ist heiß, die Kost gewählt, Manch' derbes Späßchen wird gemacht, Und mancher feine Streich erzählt.

Zuletzt von Wein und Reden glüh, Rückt seinen Stuhl der Herr vom Haus: „ich lud Euch zu 'ner Landparthie, Es ward 'ne Wasserfahrt daraus.“

„doch da die allerschönste Fracht Am Ende nach dem Hafen schifft, So, meine Herren, gute Nacht! Und nehmt vorlieb, wie es sich trifft.“

Da lachend nach den Flaschen greift Ein Jeder. — Thüren auf und zu. — Und Waller, noch im Gehen, streift Aus seinem Frack den Ivanhoe.

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