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1797–1848

Der Graue.

Annette von Droste-Hülshoff

Im Walde steht die kleine Burg, Aus rohem Quaderstein gefugt, Mit Schart' und Fensterlein, wodurch Der Doppelhaken einst gelugt;

Am Teiche rauscht des Rohres Speer, Die Brücke wiegt und knarrt im Sturm, Und in des Hofes Mitte, schwer, Plump wie ein Mörser, steht der Thurm.

Da siehst du jetzt umher gestellt Manch' feuerrothes Ziegeldach, Und wie der Stempel steigt und fällt, So pfeift die Dampfmaschine nach;

Es knackt die Form, der Bogen schrillt, Es dunstet Scheidewassers Näh', Und über'm grauen Wappenschild Liest man:

Doch wie der Kessel quillt und schäumt, Den Brüß'ler Kaufherrn freut es kaum, Der hatte einmal sich geträumt Von Land und Luft den feinsten Traum;

Das war so recht ein Fleckchen, sich Zu retten aus der Zahlen Haft! Nicht groß, und doch ganz adelich, Und brauchte wenig Dienerschaft.

Doch eine Nacht nur macht er sich Bequem es — oder unbequem — In seinem Schlößchen, und er strich Nur wie ein Vogel dran seitdem.

Sah dann er zu den Fenstern auf, Verschlossen wie die Sakristei'n, So zog er wohl die Schultern auf, Mit einem Seufzer, oder zwei'n.

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