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1797–1848

Der Dichter .

Annette von Droste-Hülshoff

Ihr, die beim frohen Mahle lacht, Euch eure Blumen zieht in Scherben, Und was an Gut euch zugedacht, Euch wohlbehaglich laßt vererben,

Ihr starrt dem Dichter in’s Gesicht, Verwundert, daß er Rosen bricht Von Disteln, aus dem Quell der Augen Korall’ und Perle weiß zu saugen;

Daß er den Blitz herniederlangt, Um seine Lampe zu entzünden, Im Wettertoben, wenn euch bangt, Den rechten Odem weiß zu finden;

Ihr starrt ihn an mit halbem Neid, Den Geistes-Crösus seiner Zeit, Und wißt es nicht, mit welchen Qualen Er seine Schätze muß bezahlen.

Wißt nicht, daß ihn, Verdammten gleich, Nur reines Feuer kann ernähren, Nur der durchstürmten Wolke Reich Den Lebensodem kann gewähren;

Daß, wo das Haupt ihm sinnend hängt, Sich blutig ihm die Thräne drängt; Nur in des schärfsten Dornes Spalten Sich seine Blume kann entfalten.

Meint ihr das Wetter zünde nicht? Meint ihr der Sturm erschüttre nicht? Meint ihr die Thräne brenne nicht? Meint ihr die Dornen stechen nicht?

Ja eine Lamp’ hat er entfacht, Die nur das Mark ihm sieden macht; Ja Perlen fischt er und Juwele, Die kosten nichts — als seine Seele.

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