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1797–1848

Der Denar.

Annette von Droste-Hülshoff

O! über deinen König! ganz dir gleich, Du glattgeschlagner Lumpen, o, sein Reich Das Inselchen, deß kärglichen Tribut Lucull in

Gebannt in In der Egypterfürstin Locken wand. Du, zitternd vor Satrapenblicke, fahl Wärst du zerstäubt vor seiner Augen Strahl,

Wenn langsam über's Forum, im Triumpf Das Viergespann ihn rollte; hörst du dumpf, Wie halberwachten Donner oder Spülen Der Brandung, Pöbelwoge ziehn und wühlen,

Um die Quadriga summend, wie im Nahn Prüft seine Stimme murrend der Orkan? „heil, Cäsar, Heil!“ um seine kahle Stirn Ragt Lorbeer, wie die Ficht' um Klippenfirn;

Er lächelt, und aus seinem Lächeln fließet Ein leise schläfernd Gift, o Roma, dir, Sein halbgeschlossnes Auge Fäden schießet, Ein unzerreißbar Netz. — Gebückt und stier,

Zerzausten Haares, vor den Rossen klirrt Endloser Gallierzug, die Fesseln schleifen, Und aus der Pöbelwelle gellt und schwirrt Gezisch, Gejubel, Cymbelklang und Pfeifen.

Denare fliegen aus des Siegers Hand, Ha, wie es krabbelt im Arenasand! — Der Imperator nickt und klingelt fort. Noch lieg' ich unberührt im Byssusbeutel, —

Was steigt so schwarz am Kapitole dort? Es dunkelt, dunkelt; — über Cäsars Scheitel Ein Riesenaar mit Flügelrauschen steigt, Die Sonne schwindet, — doch ein Leuchten streicht

Um der Liktoren Beile, — wieder itzt — Sie zucken, schwenken sich — es blitzt! — es blitzt!

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