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1797–1848

An ***

Annette von Droste-Hülshoff

Lebt wohl, es kann nicht anders sein, Spannt flatternd eure Segel aus! Laßt mich in meinem Schloß allein, In meinem geisterhaften Haus.

Lebt wohl und nehmt mein Herz mit euch Und meinen letzten Sonnenstrahl, Er scheide, scheide nur sogleich, Denn scheiden muß er doch einmal.

Laßt mich an meines Seees Bord, Mich schaukelnd mit dem Wellenstrich, Allein mit meinem Zauberwort, Dem Alpengeist und meinem Ich.

Verlassen, aber einsam nicht, Erschüttert, aber nicht erdrückt, So lange noch das heil’ge Licht Auf mich mit Liebesaugen blickt.

So lange mir der frische Wald Gesang aus jedem Blatte rauscht, Aus jeder Klippe, jedem Spalt, Befreundet mir der Else lauscht.

So lange sich der Arm mir frei Und waltend noch zum Aether streckt, Und jedes wilden Geiers Schrei In mir die milde Muse weckt.

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