Ich weiß ein bessres Bild zu finden,
Als jenes, dem du ferner geh’st,
Wie tiefer deine Wurzeln gründen
Und reifer du die Ernte mäh’st;
Ein bessres, als zu dessen Rahmen,
Wenn Jahre flohen, Jahre kamen,
Du wie dein eigner Schatten steh’st.
Weil’ ich am Strande ob der lauen
Entschlafnen Flut mit scheuer Lust:
Wird unter’m Stahl, dem silbern blauen,
Lebendig mir die tiefe Rust;
Am Grunde glühende Korallen
Der Fischlein goldig schimmernd Wallen;
Dann schau ich tief in deine Brust.
Und schwebend an der Grüfte Bogen
Seh’ ich der Mauerflechte Stab,
Mit allen Fasern eingesogen
Tief in das Felsenherz hinab;
Von Thränen schwer die grauen Locken,
Die dunkeln Wimper, zarten Flocken;
Das ist die Liebe über’s Grab!
Und dann an der Genesung Bronnen —
Im Saale tafeln Stern und Band, —
Sich arme dürft’ge Kranke sonnen
Und gierig schlürfen über’m Rand;
Mitleidig tränkt der Quell die Armen,
Dann denk’ ich still an dein Erbarmen,
An deine warme, offne Hand.
O jener Quell, der heiß und springend,
Ein Geiser, deiner Brust entquillt,
Durch Schnee und Eisesscholle dringend
Mit Blumen seinen Gletscher füllt. —
Ihm sieht nur gleich, was nie verloren,
Was ewig frisch und neugeboren,
Und die Natur nur ist dein Bild!