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1857

H.S.

Felix Dörmann

Wenn Deiner Lieder dunkelwarme Laute Wie Glockentöne weich ans Herz mir drangen, Bis meiner Seele starre Hüllen sprangen Und Thrän' auf Thräne trotzig niederthaute,

Und wie ich dann in wonnig-süßem Bangen, In heiliger Scheu zu athmen kaum mich traute, Nach Deinen Lippen sehnsuchtsvoll nur schaute In unersättlich seligem Verlangen – –

O, wer vergäße jemals dieser, Tage, Wo sich Natur und Kunst so schön verbunden, Wo leis' und leiser klang die tiefe Klage, Und milder schmerzten ewig-off'ne Wunden,

Wo sich gestählt mein Herz, das lebenszage, Für neuer Kämpfe schicksalsschwere Stunden.

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