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1892

[Wie süß ist es, sprach man von sich]

Max Dauthendey

Wie süß ist es, sprach man von sich. Man ist nicht mehr ein stummes Ich, Man kann sich fast mit sich versöhnen Und sich das Leben abgewöhnen.

Man wird zum zarten Spiegelbild Und sieht und denkt und grinst so mild, Denn was gewesen, ist geschehn, Und jeder hat's ja nicht gesehn;

Und was gewesen, kommt nie wieder, Und darum schreibt man es wohl nieder. Man muß es sich nur eingestehn: Das Leben will vorübergehn.

Denn seht, im Alter kommt ein Jahr Wo, was gewesen, nie ganz war, Dummheit von dazumal und Sünden Die werden dann zu reichen Pfründen,

Erinnerung wird Kapital Datiert auf Annodazumal. Denn wenn man es bei Licht besieht, Wenn was Geheimes wo geschieht,

Das Heimlichste, das wird ein Fest, Wenn's später sich erzählen läßt.

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