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1892

Unsere Gedanken wir tags im Haus vergruben

Max Dauthendey

Unsere Gedanken wir tags im Haus vergruben Hinter heißen Fensterladen und in kellerdunklen Stuben. Während draußen der Flußspiegel wie Hexensilber tanzt, Und die Sonne das Haus umschanzt mit Mittagbrand,

Liegt drinnen mein Leben leicht in deiner Hand. Am Abend, wenn der Vollmond die Flußbrücke bleicht Und dir einen goldenen Schleier über die Fensterbank reicht, Dann gehst du neben mir herzwandelnd dem Dunkel nach

Und lockst wie das Abendläuten die guten Geister unter das Dach.

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