Skip to content
1892

In der Frühe

Max Dauthendey

Große weiße Malvenblüten, frischbetaute, Sah ich in der Frühe, da das Taglicht graute, In dem Garten, und es schliefen noch die Laute. Jede runde Blüte leuchtete und brachte

Hellen Schmelz dem Himmel, der erwachte, Als das Gartendunkel noch der Nacht gedachte. In der Ferne stand ein blauer Berg gehoben, Lange Wolken sich am freien Gipfel schoben,

Und vom Lichte lag dort dünne Spur gewoben. Und ich dachte: Blüten, Berg und Licht, sie wissen, Daß sie heut am hellen Tage nichts vermissen, Und nur ich, nur ich bin heimatlos, zerrissen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
In der Frühe · Max Dauthendey · Poetry Cove