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1892

Herbstbacchanal

Max Dauthendey

Die stolze Fülle verstümmelt, gebrochen. Die reiche Erde verknöchert, bestaubt. Fäule kommt auf trägem Leib gekrochen Und reckt voll Gier das graue Moderhaupt.

Doch trotzig sträuben sich die zähen Pulse, Die Todesangst fliegt auf, taumelt, rafft Aus dem zermorschten Siechen Die letzte, ringende Kraft.

Zitternde Bläße schminkt sich Mit stierem grinsenden Blut, Mühsames Leben lodert Leere, erheuchelte Glut.

Flammenjauchzen durchgellt In grassem Echo die Welt, Betäubende Feuer schäumen, Farben tollen, bäumen

Schrille, kreischende Funken, Lachen rast, wahnsinntrunken. Doch unter all dem blinden Tosen, Durch den verzweifelten Sturm,

Pocht an die flackernden Rosen – Der Totenwurm.

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