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1892

[Fühlst du dich zwanzig Jahre bald]

Max Dauthendey

Fühlst du dich zwanzig Jahre bald, So freut dich dein Mannsgestalt. Die Zeit, wo man in Blüte steht, Sie macht, daß man behext umgeht,

Man will den Augen gar nicht trauen, Endeckt man all die schönen Frauen. Ach, ihre Blicke sind wie Bäder, Und neugebadet macht dich jeder.

Erschüttert fühlt man sich von allen, Und jeder möchte man gefallen. Die zarten Busen die sie heben, Ahnt man als Grundsteine vom Leben.

Sechs Sonntage bekommt die Woch' Und einen blauen Montag noch. Denn stündlich schwärmt der Kopf dir voll, Wie's mit den Frauen werden soll.

Man geht im Dunkeln gern ums Haus, Und sieht auch nachts noch glühend aus. Trifft man die Königin nicht gleich, Scheint doch die Nacht ein Königreich.

Die Nacht, in der man sonst geschlafen, Sie scheint zu Besserem geschaffen: Entdeckt man sich ganz nackt geboren, Erschrocken rot bis an die Ohren.

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