Skip to content
1892

Ein kahler Stein auf des Baches Grund

Max Dauthendey

Ein kahler Stein, nackt wie ein Knochen, Liegt grinsend auf des Baches Grund, Die Wasser ziehn ununterbrochen, Bereden ihn mit schnellem Mund.

Er wird zum Antlitz blaß und düster, Sieht zu mir auf von Schmerz gespannt, Der Wellen unnützes Geflüster Hat einen Namen mir genannt.

Ein tot Gesicht als Stein noch wartet Auf das, was einst mein Mund versprach; Das Leben hat mit uns gekartet, Mein Fleisch war stark, der Wille schwach.

Viel Schritte haben sich verloren, Der Weg ist lang, der Weg ist wild, Manch Echo klagt in meinen Ohren, Auf manchem Stein da bleicht ein Bild.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Ein kahler Stein auf des Baches Grund · Max Dauthendey · Poetry Cove