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1892

Die Sehnsucht peitscht

Max Dauthendey

Die Sehnsucht peitscht mit scharfem Dorn, Sie reitet mich wild Und gibt mir den Sporn, Und ob mein Herz streitet,

Sie macht mir die Hände zu Hufen aus Horn Und rennt mit mir durch die Wände. Die Sehnsucht, sie ist wie Salz im Meer, Die Zunge wird mir bitter,

Und Durst klebt schwer In Gaumen und Brust. Und wie der Schaum auf Wellen lebt, So mir die Sehnsucht am Munde schwebt.

Wie Wellen, die sich erdrücken müssen, Erdrücken sich meine verlassenen Lippen In Sehnsucht nach deinen Küssen.

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