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1892

Die blaue Kornblum wohnt versteckt

Max Dauthendey

Die blaue Kornblum wohnt versteckt, So hab ich meinen Schatz entdeckt. Sie kann nicht meinen Händen wehren, Wiegt sie wie's Sommerfeld die Ähren.

Die Ähren sind jetzt körnerschwer, Als läg schon Brot mannshoch umher, Und nahrhaft wie im Bäckerhaus Sieht's an der langen Landstraß aus.

Mein Schatz die Ähren streicheln tut. „Nach Leben riechen sie so gut,“ Sagt sie. Und schau ich roten Mohn, So fang ich auch sein Feuer schon.

Ich gäb gern alle Ähren her, Und gern wär mir die Hand brotleer, Blieb mir am Lebensend davon Liebe betäubend wie der Mohn.

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