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1823

[Wer über meinem Haupte]

Georg Friedrich Daumer

„Wer über meinem Haupte, Wer weinet und wer schluchzet? Wer sitzet in Verzweiflung, Die Ruhe meines Schlummers,

Die tiefe, tiefe störend, Auf meinem Hügel wer?“ – „Ich, deine Tochter, bin es; Ich sitze hier und weine.

Wie sollt' ich auch nicht weinen? Ich bin allein, alleine, Bin ohne Stab und Stütze, Bin ohne Hab' und Hoffnung,

Nicht Friede blüht und Freude Mir auf der Erde mehr.“ – „Beschwichte, liebe Tochter, Beschwichte deine Zähre

Und wandele nach Hause Mit neu belebter Brust! Es blüht ein neues Dasein, Dir eine holde Zukunft,

Dir süßer Heilbescheere Niemals gefühlte Lust. Es harret dein ein Kränzchen, Ein bräutliches, ein stolzes,

Dein eine zweite Mutter, Die deine Haare strählen Mit linden Händen wird. Es harret dein ein Knabe,

Ein lieblicher, ein feiner, Der zarte Minneworte Dir in die Seele flüstern, Der alle deine Klagen

Holdselig enden wird.

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