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1823

[Still zu deinem Buche greifst du]

Georg Friedrich Daumer

Still zu deinem Buche greifst du, Zum Pokale greift Hafis; Zur Vollendungskrone reifst du, Zum Verderben reift Hafis.

In gewohnter Schranke bleibst du, Ein geduldig frommes Schaf; Als ein Leu aus seinem Gitter In die Wilde schweift Hafis.

Eitel gute Werke häufst du, Strahlender Verdienste Berg; Fürchterlich zu aller Stunde Seine Sünden häuft Hafis.

Viele fromme Herzen stärkst du Durch gelehrten Unterricht; Mächtiglich in aller Thorheit Alle Thoren steift Hafis.

Mörderische Klingen schleifst du, Ziehend in den Ketzerkrieg; Seine Versediamanten, Seine schönen, schleift Hafis.

Hoch hinauf zum Himmel steigst du Als ein qualmend Rauchgewölk; Eine frische Felsenquelle, Tief zu Thale läuft Hafis.

Fass' ich es in eine Stanze; Ewig, o du armer Mann, Träufst du nur von Bitterkeiten, Und von Süße träuft Hafis.

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