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1823

[Soll man allzu bald nicht]

Georg Friedrich Daumer

Soll man allzu bald nicht Meinen Leib begraben, Jenes schönen Fischers Liebe muß ich haben;

Doch wie nah' ich ihm, Der mir allzu ferne? Doch wie spring' ich ihm In die Augensterne?

Doch wie dring' ich ihm In die süßen Kerne Seines Liebelebens? Doch wie fah' ich ihn? –

Nicht mit rechten Dingen Wird es hier gelingen; Zauberische Mächte Müssen es vollbringen;

Nun so will ich kühnlich Meine Künste brauchen, Laufen nach dem Meere, Mich hinuntertauchen,

Hier mich in ein Hechtlein Listig umgestalten, Heimlich unter'm Meergras Meine Wache halten,

Und der Scene harren, Die da Heil bescheere, Die da lind beschwöre Meiner Sehnsucht Weh. –

Sieh, da ist der Schöne, Welchen ich begehre, Mit dem Garn zur Stelle, Wirft es in die Welle,

Lauschet in die See, Meint, er hab' ein Hechtlein, Schwärzlich anzuschauen, Doch es ist ein Wesen

Stammend aus der Frauen Zierlichem Geschlechtlein; Eingekrümt im Netzlein Liegt ein Minneschätzlein,

Lugt mit hellen Augen Schelmisch in die Höh'.

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