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1823

[So halt' ich es mit meiner Liebe]

Georg Friedrich Daumer

So halt' ich es mit meiner Liebe, Daß ich mein eignes Sein vergesse, Daß ich mein Ich, mein ganzes, opfre; Zehntausend Seelen wenn ich hätte,

Ich würde sie vor dir verstreu'n. So halt' ich es mit meiner Liebe: Treu bin ich ohne Wank und Wandel. Laß jeden höchsten Reiz der Erde

Vorüber zieh'n vor meinem Auge, Nicht weckt er eine leise Regung; Ich sehe dich, nur dich alleine, Und jedes andre Bild verweht.

Ich bin Medschnun, der, lieberasend Nicht Persien und nicht Arabien, Die Erde nicht mit ihren Blumen, Den Himmel nicht mit seinen Sternen,

Für seine süße Leila nimmt. Man drohe mit gehobner Klinge, Man lasse Wund' auf Wunde bluten, Man schlage mir das Haupt herunter!

Ich weiche nicht von deiner Schwelle, Ich liefere dem Schwertbewehrten Nicht aus das einzig edle Kleinod, Das ich besitze, meine Liebe;

Mit eisiger, erstarrter Hand noch Halt' ich die schöne Perle fest.

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