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1823

[Siehst du die dunkelen Flecken im Monde?]

Georg Friedrich Daumer

Siehst du die dunkelen Flecken im Monde? Kennst du sie, jene von unseren Vätern Lauter und ächt abstammende Mähre, Welche Bedeutung enthüllet und Ursprung?

Kannst du sie nicht? ich ertheile Belehr. – Waren einmal zwei pfiffige Diebe, Denen, indem sie die nächtlichen Pfade Walleten, allzu beleuchtet die Erde

Durch des Mondes annoch vollständiges, Ohne Befleckung erscheinendes Licht war. Rathe, was thaten die ganz heillosen? Stiegen empor mit klebrigem Topfe

Und bestrichen den Mond mit Theer. Düster und lichtlos wurde der Arme, All sein freundliches Lachen und Laben Unter die widrige Masse begraben,

Und es erschrack über seine Verwüstung Alles auf Erden und trauerte schwer. Tapferen aber und mächtigen Ringens Brach mit der Zeit sein Strahl die Verhüllung,

Und es erschien der erquickliche wieder, Grüßte der alte, der liebliche Glanz Doch nicht ganz. Jene, die Frechen –

Allzu verrucht entartetem Wesen Ein allwarnendes, ewiges Beispiel – Hangen geblieben mit ihrem Topfe Waren sie beid' am bestrichenen Monde,

Hangen – es sieht's dein Auge – noch immer, Trüben dem Monde den heiteren Schimmer, Bilden die dunklen Figuren in ihm.

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