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1823

[Komm, Sofi, komm, und laß uns aus der Heuchler]

Georg Friedrich Daumer

Komm, Sofi, komm, und laß uns aus der Heuchler Befleckt Gewand zieh'n, Uns über ihre freche Lügentafel Die nasse Hand zieh'n!

Laß, öder Zelle Dunkelheit verfluchend, Den Weinpokal uns Aufstecken als Panier und also jauchzend Durch's weite Land zieh'n!

Jungholde Wesen, welche scheu und schüchtern Die Wonne meiden, Laß uns herbei an einem Strick von Rosen Zum Heilverband zieh'n!

Wir wollen nichts, als gute Thaten üben; Laß zwischen sie uns Und nachtgeborne Fanatismen endlich Die scharfe Wand zieh'n!

Laß uns der Liebe süße Fackel schleudern! In jede Seele Soll ein die Lust und aus Entbehrungstrauer Und Unverstand zieh'n!

Glanz helle von Pallaste zu Pallaste Von Hütte lodernd Zu Hütte soll der weltreformatorisch Entfachte Brand zieh'n.

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