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1823

Ich wollt' erhabne Dinge melden]

Georg Friedrich Daumer

Ich wollt' erhabne Dinge melden; Die Märtyrer des wahren Glaubens Lobpreisen im Gesange wollt' ich; All ihre Thaten, ihre Wunden,

Die heiligen und gloriosen, Wollt' ich besingen hell und hehr. Zu Hülfe bei so großem Werke Rief ich den Ost, der um die Rosen

Und Veilchen im Gefilde buhlte, Und bat ihn um die Wunderkunden, Die im Betreffe der besagten Materien sein Geist bewahre;

Doch übel unterstützte der. Er sprach: „Hafis, wir beide sind Für solche Dinge nicht geschaffen; Dazu gehören andre Helden,

Denn unser Wesen ist zu luftig Und jene Dinge sind zu schwer. Erzähle du die Heroismen, Die du gethan beim Weinpokale,

Beschäftige dich mit süßem Tande, Berichte, wie viel Seelen-Angeln Du in Suleima's Locke zähltest, Beschreibe deines holden Schenken

Rubinenlipp' und Schelmenauge Et caetera; daneben mache Dem lieben, alten Herrn der Schenke, Dem würdigen und vielerfahrnen –

Sein treuer Sklave bin auch ich – Ein Compliment, denn er verdient es; Und hast du das zu hundert Malen, Zu tausenden, gar schön verrichtet,

Verricht' es immer, immer wieder, Dergleichen hört man immer gerne; Des Weiteren entschlage dich!

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