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1823

[Eine holde Sängerin]

Georg Friedrich Daumer

Eine holde Sängerin, Blümelein am Bache sucht sie, Gleitet aus und fällt hinein, Hin zum Meere spült der Bach sie.

Von dem Meere wird sie drauf Wogend an den Strand getrieben; Alsofort am Strande wächst Eine dichtbelaubte Linde.

Brüderlein aus ihrem Holz Schnitzet eine feine Harfe. „Ach, wie lieblich, ach, wie schön Klingt sie, meine Lindenharfe!“ –

„Lindenharfe wäre das?“ Also spricht die Mutter weinend, „Dein verlornes Schwesterlein, Meine süße Tochter ist es.

O wie deutlich in mein Ohr Hör' ich ihre Stimme klingen! O wie zärtlich an mein Herz Fühl' ich ihre Seele dringen!“

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