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1823

Der Recht behaltende Derwisch1.

Georg Friedrich Daumer

Es stritten miteinander Ein Denker und ein Derwisch, Und schmählich unterlegen Ist bald genug der Derwisch;

Denn mißlich ist das Streiten Mit der Philosophie. Allein es hat der Derwisch Doch Recht behalten – wie?

Er ballte seine Fäuste Und prügelte den Denker, Daß er um Gnade schrie. Denn so wird aller Orten,

Wird stets der Glaube fertig Mit der Philosophie. Der Denker ging, dem Kadi vorzuklagen, Daß ihm der Derwisch Arm und Bein zerschlagen.

Der Kadi sprach: „Da dämpfe deinen Trutz! Da kann man nichts, als schweigen und ertragen; Denn nehm' ich die Philosophie in Schutz, Werd' ich und du vom Volke todtgeschlagen.“

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