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1823

[Auf der Ebne des Vardari]

Georg Friedrich Daumer

Auf der Ebne des Vardari Schlaffen Armes, matten Auges, Liegt der hingestreckte Vevros, Und es neigt zu ihm sein Rappe

Das besorgte Haupt und spricht: „Hebe dich, o mein Gebieter Und besteige meinen Rücken! Unsre Schaar, sie zieht von hinnen;

Mehr der Ruhe pflege nicht!“ – „Guter Rappe, mich erheben Von der Erde werd' ich nimmer, Nie besteigen deinen Rücken

Fürderhin, ein rascher Reiter; Rasten ohne Wandel werd' ich, Denn ich fühl's, mein Auge bricht. Eine Grube, guter Rappe,

Grabe mir mit deinen Hufen, Hebe, wenn du sie gegraben, Mich hinein mit deinen Zähnen, Wiederum sodann mit Erde

Fülle sie, die Füße rührend, Mich zu bergen vor dem Licht. Dann ergreife dieses Tüchlein, Trag' es hin zu der Geliebten,

Daß sie drauf, die treue Seele, Jene Perlen niederregne, Die so reichlich rollen werden Von dem holden Angesicht.“

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