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1873

Kreuzfahrt

Felix Dahn

Im rebengrünen Neckartal, Da steht mein Väterschloß, Das jetzt zur Stund' der Abendstrahl Wohl goldig übergoß:

Doch ich zieh' fern im Heidenland, In Wüstenglut, in Sonnenbrand: Um Palmenwipfel schwanken Die sehnenden Gedanken.

Jetzt reitet wohl durch Wald und Au, Im grünen Jagdgewand Daheim die allerschönste Frau, Den Falken auf der Hand:

Doch mir winkt hehr und streng zur Pflicht Der heil'gen Jungfrau Angesicht Herab aus unsern Fahnen, Zu Kampf und Tod zu mahnen.

Jetzt tönt daheim im Feierklang Der Abendglocke Lied: – Ins Dorf zurück vom Wiesenhang Die Herde friedlich zieht:

Mir aber ruft aus wilder Reih' Der Sarazenen Schlachtgeschrei: – Nicht länger darf ich säumen, Fahr' wohl, du süßes Träumen.

Wohlan, ihr Schwaben, frank und frei, Jetzt auf mit Schild und Schaft! Der Heide spüre, was es sei Um deutsche Ritterschaft!

Und fall' ich hier im Wüstensand, – O grüßet mir mein Heimatland: Sagt, treu sei ihm geblieben Mein Heimweh und mein Lieben.

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