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1873

Das Lied vom Schill

Felix Dahn

„Mein Preußen zertreten, mein Deutschland tot, Rings Schmach und Schmerzen, rings Nacht und Not: Und die Augen der edelsten Frau der Erd', Die Augen Luisens, vom Weinen rot – –

Nicht länger trag ich's! – Husaren, zu Pferd! Wer reiten und fechten und sterben will, – Der folge mir!“ – so sprach der Schill. Bei Wittenberg und bei Halberstadt,

Wie scharf er geritten, gestritten hat! Doch tausend auf zehn sind zu viel zuletzt: Sie haben ihn bis Stralsund gehetzt: „Den Schrecken ohne Ende hab' ich satt:

Ein Ende mit Schrecken ich machen will, Das soll Rache wecken!“ – so tat der Schill. – Stralsund, wie dein Markt vom Blute floß! Die Straßen der Holländer Fußvolk schloß:

„Ergebt euch, Schill!“ rief ihr General: Doch der Schill, der hieb ihn stracks vom Roß: Da trafen ihn Kugeln zwölf zumal: „Hoch Deutschland!“ rief er: dann sprach er still:

„O Kön'gin Luise!“ – so starb der Schill. –

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