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1632

[Wer weiß Bescheidt]

Simon Dach

Wer weiß Bescheidt, Der Sterbligkeit Mich seelig zu entladen, Damit sie nicht

Nach diesem Liecht Mir ewig möge schaden? Das kan vnd thut Mein höchstes Gut

Der reiche Brunn der Gnaden. Herr Jesu Christ, Du einig bist Der mich weiß zu erretten,

Ob alle Noht Ja Hell' vnd Todt Mich gleich vmbgeben hetten, Mein Trost, durch dich

Befrey' ich mich Der schweren LeibesKetten. Wenn ich nun soll Des Lebens Zoll

Durch meinen Todt dir reichen, Vnd kommen bin Von Witz vnd Sinn, Die Röhte muß verbleichen,

Der Zungen Krafft Nichts thut vnd schafft, Wenn Ohr vnd Augen weichen; Wirst Du allein

Noch vmb mich seyn, Mir Rhat vnd trost beybringen, Daß nicht mein Hertz Durch grossen schmertz

Des Todes mag zerspringen, Wirst helffen mir Der Frommen Zier Die Ehren-Kron' erringen.

Sonst weiß ich nicht, Herr Christ, mein Liecht, Warumb du hier auff Erden Das, was wir sind,

Ein schwaches Kind, Ohn schuld hast wollen werden, Dich arm vnd schlecht Als sonst ein Knecht

Erweisen an Geberden, Verachtet stehn, Vnd müssig gehn Der Welt sampt jhren frewden,

Warumb Du dich So williglich Erzeigt in allem Leiden, Vnd keine Noht

Auch nicht den Todt Zuletzt hast wollen meiden. Ich aber bin In meinem Sinn

Der Sachen überführet, Daß mir dein Blut Das höchste Gut Der Seeligkeit gebieret,

Vnd das mein Heil Des Himmels Theil Aus deinem Tode rühret. Nur schreib hinfort

Dein Glaubenswort Tief ein den schwachen sinnen, Vnd schencke mir, Daß ich in Dir

Mag ferner krafft gewinnen, Vnd ist es zeit, So nim auch heut Mich seeliglich von hinnen.

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