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Verlangen nach der Ewigkeit

Simon Dach

Ich kenn' ein Hauß nach dieser Zeit Das heist die selig' Ewigheit, Die Vater-Stadt der Frommen, In welche sie

Aus aller Müh Nach diesem Leben kommen. Sie darff des Sonnen-Scheines nicht, Gott selber ist ihr helles Licht

Das gläntzt ohn maß und Ende, Gold und Cristall Sind überall Da Pfosten, Thür' und Wände.

Da wird des Lammes schöne Braut Dem Bräutgam heimgeführt geschaut, Der sie von Hertzen liebet Als seine Zier

Vnd gantz sich jhr Selbs zu geniessen giebet. Ihr allerbestes Ehren-Kleid Ist Vnschuld und Gerechtigheit,

Nur hiemit wil sie prangen, Dies ist ihr gnug, Kein ander Schmuck Kann jhren Liebsten fangen.

Vnd also wird das Hochzeit-mal Hoch in der Ewigkeiten-Sal Mit höchster Pracht gehalten, Da Spiel, Gesang

Vnd Seiten-Klang Vnd Frewden ewig walten. Die Engel selbs sind hoch erfrewt Von wegen unsrer Seligkeit,

Da wiederfährt den Frommen Was nimmermehr Vns zu Gehör Noch in das Hertz ist kommen.

Da sehn' ich hertzlich mich hinauff, Wer endet mir den Lebens-Lauff? Ich wil befreyet werden: Komm, Jesu, bald,

Mein Auffenthalt, Vnd nimm mich von der Erden! Doch mach mich von der Sünd erst rein, Nur diese kömpt bey dir nicht ein:

Denn draussen sind die Hunde, Gefall' ich dir, Nichts wünsch ich mir Alß eine selge Stunde!

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