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1632

Trost-Reime

Simon Dach

Gott herschet, vnd hält bey vns Hauß, Was sagstu, Mensch, dawieder? Was schlägstu seinen Willen aus? Leg in den Staub dich nieder,

Schweig still, laß jhn nur Meister seyn, Er ist das Häupt, wir ingemein Desselben schwache Glieder. Belegt er dich mit Creutz vnnd Noth,

Vnd greifft dir nach dem Hertzen, Er schickt das Leben vnd den Todt, Laß dir es etwas schmertzen, Doch hütte dich für vngedult,

Du möchtest sonst durch diese Schuld Dein bestes Heil verschertzen. Er bleibt schon so von Alters her, Jetzt hält er sich verborgen,

Als wiss' er nichts vmb dein Beschwer, Lässt immer hin dich sorgen, Hat gegen dich sich hart gemacht, Dieß währt vom Abend in die Nacht

Vnd wieder an den Morgen. Jetzt ist er wieder gnädig hier, Giebt Endschafft deinem Leiden, Er leget deinen Sack von dir

Vnd gürtet dich mit frewden, Er züchtigt, als ein Vater, dich, Jedoch mus seine Gnade sich Nicht darumb von dir scheiden.

Wie wol ist der Mensch doch daran, Der sich in Gottes Wege In tieffster demut schicken kan, Ihm außhält alle Schläge!

Dieß nimpt der höchsten Kunst den Preiß. Herr, gieb vns, daß sich aller fleiß Auf dieß zu lernen lege!

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