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1632

Todes- und Lebens-Brand

Simon Dach

Mein Gemüht sey froh Vnd vergiß der Schmertzen, Daß die Lebens-Loh Dir verlischt im Hertzen,

Und dein Augen-Liecht Nun für Schwachheit bricht. Dieser Erden Stand Wird nicht lang mehr wehren,

Denn der letzte Brand Alles wird verzehren, Selbst der Sonnen Pracht Wird seyn finstre Nacht.

Kräncket sich dein Muth, Daß du dich beflecket, Vnd deß Höchsten Glut Wider dich erwecket,

Die mit Ach und Pein Brennet Höllen-ein; Zwar dich hat ohn Ruh Sünde mit genommen,

Ihrer Brunst bist du Offt zu nah gekommen, Welcher Wunden blind Vnd unheilbar sind.

Aber tröste dich, Dir ist Raht geworden, Christus lässet sich Wegen dein ermorden,

Vnd sein theures Blut Lescht der Höllen Glut. Das wir würden frey Unsrer Missethaten,

Lässt er sich aus Treu Mehr als grausam braten, Ein unschuldig Lamm Hoch am Creutzes-Stamm.

Hiedurch nimmt uns Gott Wieder auff zu Gnaden, Daß der Höllen Rott' Vns nun nicht kan schaden,

Vnd der Tod dazu Vns ist süsse Ruh. Schluckt das kalte Grab Dein' erstarrten Glieder

Eine Weil' hinab, Ey die Zeit kömpt wieder, Da auch diß Gebein Liecht und Glantz wird seyn.

Denn wirst du erst voll Heiligr Andacht brennen, Vnd dein Auge soll Gott im Grund erkennen,

Gott der im Gemüht Stets von Liebe glüt.

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