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1605–1659

N.A.

Simon Dach

Es muß doch nur gestorben seyn Kein Mittel ist dawieder Sind schon nicht Fall vn Kranckheit Das Alter wirfft vns nieder

(pein Vnd heisst vns ausgehn wie ein Liecht Wenn Nahrung jhm gebricht Zuletzt wird anders nichts daraus

Die Fackel dieser Erden Die Sonne Kinder Freund' vnd Hauß Muß übergeben werden Denn die Natur erlässt vns nicht

Der strengen Schuld vnd Pflicht. Was Wunder ist es dann daß wir Auch diese Fraw begraben? Die Jahre führen sie von hier

Die sich verbunden haben Mit Schwachheit vnd mit sonst Verdruß. Dadurch man sterben muß. Der zweene Männer früher Tod

Fraß viel von jhrem Hertzen Der Kinder Hintritt bracht jhr Noht. Wer zehlet sonst die Schmertzen Die jhm durch ein sehr festes Band

Verknüpfft der Witwenstand? Voraus der Sohn den Dantzig nam Bekümmert jhr die Sinnen Biß gar zuletzt ein Fieber kam

Vnd raffte sie von hinnen So gehn wir eins dem andern nach In vnser Schlaff-Gemach. Gleich wie auff einem Hochzeit-Mahl

Die gehen heim beyzeiten Vnd diese später biß der Saal Gar einsam wird von Leuten Vnd dann darauff in kurtzer Frist

Nur œdes Grawen ist. Wol vns vnd mehr als wol dabey Daß wenn wir sind gestorben Wir werden durch den Tod erst frey

Vnd gar nicht sind verdorben Denn hier ist nur deß Lebens Bann Dort geht das Leben an. Wo keine Trübsal keine List

Durchaus nicht hin kan kommen Wo Gott das alles was er ist Zu schawen giebt den Frommen Wo man der Frewden übrig hat

Vnd wird jhr nimmer sat. Dieß ist zu dancken Christi Noht Der jetzt sich lässt ermorden Vnd als ist deß Todes Tod

Der Höllen Pest geworden Vnd hat deß finstern Grabes Nacht Zum süssen Schlaff gemacht. Es kostet ihm kein zeitlich Gut

Vns wieder zu erwerben Es that es nicht der Opffer Blut Er muste selber sterben Vnd einen Tod zwar welcher gar

Ein Fluch vnd Grewel war. Die Last der Sünden ward jhm schwer Er trug sie allzusammen Gott stürtzt auff jhn des Zornes Meer

Vnd seines Eiffers Flammen Er sah' erbärmlich vmb nach Raht Der weit weit vor jhm trat. Wo sind die mit so wenig Brod

Von jhm gesättigt waren? Wo die in jhrer Kranckheit Noht Sein' heilsam' Hand erfahren? Die Jünger sämptlich fliehen auch

Wie Bienen für dem Rauch. Herr Jesu laß die Todes-Pein Vns zur Artzney gereichen O schleuss vns deinen Wunden ein

Voraus wenn wir verbleichen So führ durch deine Todes-Qual Vns in des Lebens-Saal. Dieß nahm die seelge Fraw in acht

Als sie nun solte scheiden Sie gab den Ihren gutte Nacht Vnd in dem letzten Leiden War Jesus jhr Verstand vnd Mund

Wie er am Creutze stund. Sie hat auch dessen Trost gemerckt Er ist jhr beygesprungen Hat in dem Tode sie gestärckt

Der Höllen Macht bezwungen Vnd jhren Geist dahin geführt Wo jhn kein Schmertz berührt. Jetzt schwebt sie bey jhm allezeit

Ist aller Noht entbunden Lacht dieser Erden Eitelkeit Vnd hat die Frewd' empfunden Dergleichen sich kein Schatten hält

In dieser gantzen Welt. Lasst diesen Trost nur bey Euch ein Fraw Sandinn Gottes Willen Deß ewren Zwang vnd Richtscheid seyn

Er wird euch gnugsam stillen Gott gönnt jhr seiner Frewden Licht Das mißgönnt jhr Jhr nicht.

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