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1605–1659

N.A.

Simon Dach

Der tapffern Leute kühnen Streit Vnd ihre Tugend einverleiben Dem Buch der güldnen Ewigheit Daß trifft sie nun die letzte Noht

Jhr Lob nicht fühle mit den Tod. Was nützten Herren Rappen Thaten Nun wir Jhn sencken in den Sand Würd' Jhnen eilends nicht gerathen

Durch dies und jene weise Hand? Vnd bliebe nicht sein Nahm bestehn Wenn gleich die Welt solt untergehn? Was würdet Jhr Jhr Erben sagen

Wenn Jhr nun trettet Seinen Pfad? Wie würdet Jhr es doch vertragen Daß niemand Jhn beschrieben hat? Vnd daß ohn allen Vnterscheid

Er und sein Ruhm läg' abgemeyt. Was wir den Kindern hinterlassen Das sind viel tausend Huben nicht Auch nicht ein Schatz der schier ohn massen

Für Menge durch die Kasten bricht Ach nein Ihr wahres Erbschafft Gut Das ist der Eltern Tugend-Muth. Was schnöder Reichthum kan verfangen

Das hat der Krieg uns gnug gezeigt Viel die wie Fürsten erst gegangen Vnd aller Leute Mund geschweigt Die geben ietzt weit besser Kauff

Vnd ziehn wie arme Bettler auff. Der Ehren Erbgut muß bestehen Vnd wird in blüte stets gespürt Der Lands-Knecht muß vorübergehen

Trotz einem der hie was berührt Ein Kind das liebet Ehr uud Ruhm. Hält dieses für ein Fürstenthum Deß kan ich mich versichert halten

Daß manchem der nach Tugend ringt Liest er die Seinen in den Alten Das Hertz in ihm für Frewden springt Vnd nähme weder Edelstein

Noch Gold für diesen Schatz allein. Vnd dieses sol auch Euch ergetzen Jhr Edlen Rappen alle vier Hört ihr von ewrer Vorfahrt schwätzen

So sollt ihr wallen von Begier Vnd seyd ihr warlich Stein und Ertz Nimmt Euch der Cantzler nicht das Hertz Der ewer Großvatter gewesen

Vnd dieses Landes Ober-Raht. Wie hochgelehrt wie außerlesen Lateinisch Er geredet hat Weiß Preussen gnug wir ziehen an

Für einen Außbund diesen Mann. Er war ein Cicero in Pohlen So offt Er sich dahin gemacht Jhm ein Gewerbe war befohlen

Was Ruhm hat Er zurück gebracht Das Jhm nicht schlechtes Gut erwarb Biß Er in höchsten Ehren starb. Lasst Jhr Euch folgends nicht bewegen

Auch Ewres Vaters ernsten Fleiß So muß kein Blut in Euch sich regen Das streben wil nach Ruhm und Preiß Dafern Jhr von Jhm melden hört

Wie seine Tugend Jhn empört. Wie Er sich Anfangs leiten lassen Stracks auff der Furcht des HErren Bahn Vnd guter Künste Grund zu fassen

Erst fern nach Thoren sich verthan Darnach in Pohlen sich gewand Biß Jhm die Sprache ward bekant. Wie als sein Vater Jhm verblichen

Sein Lob das Hertz in Jhm geregt Daß Er von hinnen nicht gewichen Biß daß Er festen Grund gelegt Der Weißheit welche nachmals Jhn

Gezwungen Holland ein-zu-ziehn. Hie kunt Jhn gäntzlich nicht begnügen Die Wissenschafft und Kunst allein Die Waffen wolt' Er darzu fügen

Drumb must' Er auch ein Kriegsmann seyn erfrewt es Euch nicht wenn Jhr Jhn Mit vor Breda nun sehet ziehn? Vnd alles da in Auffsicht fassen

Ist nur wozu Gelegenheit Den Schlaff sich nirgends irren lassen Selbst schweben mitten in dem Streit Den Helden kunt und offenbahr

Nie bleich in Nöhten und Gefahr. Ey wenn er durch die Wellen gehet Vnd Engelland sich anvertrawt? Zu Londen und zu Oxfurt stehet

Vnd alle Sachen da beschawt Vnd nach In Schweden findet Auffenthalt? Vnd habt Jhr nicht daran Gefallen

Daß Jhn Gustaff in Hulde nimmt Indem Er Preussen Jhm für allen Zu überraschen hat bestimmt Auch unter seiner Hoffstat Jhn

Zwingt durch die Wellen herzuziehn? Hie wo er seiner wol genossen Mit Ihm gezogen in das Feld Vnd manchen festen Ort umbschlossen

Biß Jhn Görg Wilhelm unterstellt Daß Er sol zu den Pohlen gehn Die Satzung wolt' es nicht gestehn Vnd heisst ihn Deutschland wieder sehen

Der Held von Weimar nimmt Ihn an. Nichts ist da schier ohn Ihn geschehen Wo Er nicht zeigte seinen Mann Biß Ihn Görg Wilhelm an sich zieht

Vnd Jhn die Marcke wieder sieht. Da Er den Ehrengrad erworben Der endlich blieb Sein Eigenthum Biß daß Er selig ist gestorben.

Wo lass' ich Seinen andern Ruhm Daß Er voraus mit Hertz und Wahn Der Niedrigheit war zugethan? Nicht auff den Adel sich verlassen

Ob Er von Mutter Seiten gleich Der Creutzen sich hatt' anzumassen? Er war auch von Erbarmen reich So offt ein Armer Jhn besprach

Vmb Hülff und Raht in ungemach. Wie weinet doch umb Ihr Szabinen Wie kläglich hält sich Angerapp Vmb Gehrcken wil das Feld nicht grünen

Jm Caymischen nimmt alles ab Die Heerden müssen mager stehn Die Hirten sämptlich trawrig gehn. Was hielt Er von gelehrten Leuten

Was vom geehrten Predig-Ampt? er ließ sich GOttes Wort bedeuten Vnd hielte sich durchaus verdamt Käm Jhm nicht Christus rohte Fluth

Die unsre Sünde tilgt zu gut. Hört Jhr nun dieß an Jhm erheben So fasst es mit genawer Acht Vnd kehrt es gantz in ewer Leben.

Dieß heisst sich recht betrübt gemacht Wenn Jhr an seinen Sinn gedenckt Vnd über dem Verlust Euch kränckt. Sucht ewren Adel in der Tugend

Vnd bloß in dem Geblüte nicht Denn der besteht in strenger Jugend In Kunst und aller Demut-Pflicht Vnd haltet unwehrt einen Muth

Der nichts zeigt als der Eltern Blut. Vnd stellet so an Ewer Leben Daß Jhr ohn Wiederred und Streit Vns euren Cantzler herzugeben

Aus ewrem mittel schuldig seyd Auch einen der an Kunst und Trew Dem wehrten Vater ähnlich sey Die andern ihren grossen Ahnen

Die auch bey den Oenhausen seyn Die auch nicht sind ohn Schild und Fahnen Vnd fern durch Deutschland nicht gemein Seht was man ihm von Ewrer Schlacht

O lebet nur für Hoffnung macht. Hoch Edle Fraw nehmt Ewer Leiden Das Creutz mit Christen-Armen an Vnd wisst Euch GOttes zu bescheiden

Der Ewren Sachen rahten kan Vnd höhnt nicht ewer Christenthum Das Euch gebiert nicht schlechten Ruhm. Wer seinem GOtt sich hält ergeben

Vnd dienet Ihm mit aller Macht Der muß ohn Züchtigung nicht leben Darauff hat Christus selber Acht Auff daß sie stets in Creutz und Pein

Vnd niemals ohn Anfechtung seyn. Dieß ist bey allen die Jhn lieben. Erwegt die Gutthat auch dabey Jhr trugt der lieben Kinder sieben

Nur eines misst die schöne Reih. Mit manchem ist es gantz geschehn Euch hat der Krieg noch übersehn. Jhr seyd so groß nicht mitgenommen.

Wo bleibt der Eydam zu dem Jhr Recht in dem Creutze seyd gekommen Wo lass' ich seiner Künste Zier Herr Räder kan euch Fraw allein

An Mannes stat und Vaters seyn. Herr Rapp ist Euch nun minder tod Nun er kan seine Lücke büssen. O lieb' und angenehme Noht

Die GOtt sucht also zu versüssen! Ging' ich den Meinen also ab Wie frölich führ ich in mein Grab!

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