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Laxat sibi frena juventus

Simon Dach

Mein, lasst mir doch den Willen! Ich mag nicht trawrig seyn, Ich habe mich der Grillen, Des Kummers vnd der Pein

Jetzt kaum entladen können, Ihr machet wieder Streit, Vnd wolt mir gantz nicht gönnen Die kurtze Fröligkeit.

Ich weiß mich wol zu halten, Bin ja nicht mehr ein Kind; Trawrt jhr mit ewren Alten Die schon vntüchtig sind,

Wehrt Ihr in meiner Blüte, Ihr würdet so nicht stehn, Den Zügel dem Gemüthe Was weiter lassen gehn.

Wie offt habt jhr gesaget, Wenn wo ein junges Blut Das Kalb hat außgejaget: Pfui! Daß es nie so gut

Mit mir vorhin geschehen, Ach hett' ich noch zurück Ein Jahrchen oder Zehen, Ich wolt' erst sein ein Strick!

Offt habt jhr angefangen Zu sagen, wie ihr wol Es vormals angegangen, Wie jhr des Stockens voll

Gespielet vnd gesungen, Wie jhr zu Fusse frisch Getantzet vnd gesprungen Offt vber Stüel vnd Tisch.

Auch noch, wann vnterweilen Euch eine Lust berührt, Wie pflegt jhr dann zu eilen Da, wo man Täntze führt!

Ich hab' Euch hören singen Manch altes Buhlen-Lied, Das zeiget von den Dingen In Ewrer Jugend Blüet.

Drumb lasst auch mich geniessen Was mir das Glück vnd Gott Ertheilet wollen wissen! Der Sorgen bleiche Rott'

Ist doch in stetem wachen, Vnd schawet, wie sie sich Nur an vns möge machen Durch jhren Mord vnd Stich.

Die Zeit, so vntern Händen Nicht ruhend kömpt vnd fleucht, Sol man zur Lust anwenden, Eh als sie von vns weicht;

Das Augenblick, die Fahrte, In der ich sage, Nu! Ist mein; Auff die ich warte, Kömpt tausent Fällen zu.

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