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1632

Horto recreamur amœno

Simon Dach

Der habe Lust zu Würffeln vnd zu Karten, Der zu dem Tantz, vnd der zum kühlen Wein, Ich liebe nichts, als was in diesem Garten Mein Drangsals-trost vnd KranckheitArtzt kan seyn,

Ihr grünen Bäume, Du Blumen Zier, Ihr Hauß der Reyme, Ihr zwinget mir

Dieß Lied herfür. Mir mangelt nur mein Spiel, die süsse Geige, Die würdig ist, daß sie mit Macht erschall', Hie, wo das Laub vnd die begrünten Zweige

Am Graben mich vmbschatten überal, Hie wo von weiten Die Gegend lacht, Wo an der Seiten

Der Wiesen Pracht Mich frölich macht. Was mir gebricht an Geld vnd grossen Schätzen, Muß mein Gemüht vnd dessen güldne Ruh

Durch freyes Thun vnd Frölichkeit ersetzen, Die schleusst vor mir das Hauß der Sorgen zu; Ich wil es geben Vmb keine Welt,

Daß sich mein Leben Oft ohne Geld So frewdig hält. Gesetzt, daß ich den Erdenkreiß besesse,

Vnd hätte nichts mit guter Lust gemein, Wann ich der Zeit in Angst vnd Furcht genösse, Was würd' es mir doch für ein Vortheil seyn? Weg mit dem allen,

Was Vnmuht bringt! Mir sol gefallen Was lacht vnd singt Vnd Frewd' erzwingt.

Ihr alten Baum', vnd jhr noch junge Pflantzen, Rings vmb verwahrt vor aller Winde Stoß, Wo vmb vnd vmb sich Frewd' vnd Ruh verschantzen, Senckt alle Lust herab in meinen Schoß,

Ihr solt imgleichen Durch dieß mein Lied Auch nicht verbleichen, So lang man Blüht

Auf Erden sieht.

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