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1632

Hieronymus Grube und Susanne Michel

Simon Dach

Cvpido wollt' erlernen Den schnellen Himmels-Lauff, Vnd sahe nach den Sternen Vmb unsre Börß hinauff,

Indessen wird er innen, Daß eine Laute klingt, Die von der Mauer Zinnen Ihm wo zu Ohren dringt.

Ihn trog der Schall von weiten, Daher er eilends sprach: Das sind Apollos Seiten, Vnd flog dem Klange nach

Vnd fand Milchinen sitzen Vnd mit gelehrter Hand So auff den Seiten blitzen, Als er kaum je erkant.

Sie sang, der Liebe Wesen Wär' ihr durchaus nicht lieb, Sie hätt' ihr Zucht erlesen, Ihn nennt sie einen Dieb

Vnd aller Laster Futter, Er blend' uns unsern Sinn, Vnd seine stoltze Mutter Wär eine Zäuberinn.

Das drang ihm tieff zu Hertzen, Die Kunst beliebt' er sehr, Der Wort empfand er Schmertzen, Er käm' umb Reich und Ehr',

Hielt' er es ungerochen, Für Vnmuth hätt' er schier Den Liebes-Zeug zerbrochen, Weh, zarte Jungfraw, dir!

Er spannet seinen Bogen Vnd greifft nach einem Pfeil, Den gantz das Gifft bezogen, Irrt aber in der Eil,

Die Zucht hatt' ihn geblendet, Ihm den Pfeil beygebracht, Der gantz und gar nicht schändet Vnd süsse Liebe macht.

Milchine war getroffen, (Seht was die Tugent thut!) Doch über alles Hoffen Durch tieffe Gegen-Glut.

Die Zucht in ihrem Hertzen, Der güldnen Demut Schein Nahm durch weit andre Kertzen Dich, werther Ehburg, ein.

Sie zwar wär' einsam blieben, Die Tugend wollt' es nicht, Hat sie so lang getrieben, Bis sie das JaWort spricht.

Itzt kommen sie zusammen, Die Nacht ist hoch erfreut, Die ihren keuschen Flammen Nicht schlechten Fortgang drewt.

Lebt, edles Par, ohn Leiden, Stimmt fort der Lauten Schall, Vnd lasst in süssen Frewden Sie klingen überall,

Besetzt die Burg mit Segen, Der sich darinnen kaum Für Menge könne regen Vnd such' im Lande Raum.

Du aber, Jugend, übe Stets Zucht und Erbarkeit, So hat es mit der Liebe In Warheit keinen Streit.

Ihr fragt, wo dieß geschehen? Ich hab in gutter acht Es im Parnaß gesehen Heut früh nach Mitternacht.

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Hieronymus Grube und Susanne Michel · Simon Dach · Poetry Cove