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[Herr, wir wallen sämptlich dir]

Simon Dach

Herr, wir wallen sämptlich dir, Weil der Leib uns hält umbschlossen, Denn wir sind dir beydes hier Frembd' und Reichsgenossen,

Vnsers kurtzen Wandels Lauff Steht hinauff Da wir her entsprossen. Sey du beydes Licht und Stab

Durch dein Wort auff unsern Wegen, Wend der Feinde Bosheit ab, Die uns Stricke legen, Laß sich deiner Engel Schar

Immerdar Trewlich umb uns regen, Bis wir selig durch den Tod Vnsre Bürger-Stadt erreichen,

Da uns weder Gram noch Noht Ewig wird bestreichen, Da, was hier uns immer irrt, Alles wird

Von uns müssen weichen. Vnsre Stadt, die deine Hand Selbst so herrlich auffgeführet, Da man keiner Sonnen-Brand

Vnd kein Mond-Licht spüret, Weil dein Herrlicheit allein, Sie mit Schein Vnvergleichlich zieret.

Ihre Gassen sind Cristall, Ihrer Thöre zwölff erhöhet, Aber Perlen allzumal, Ihr Gebäw bestehet

Klar aus Golde, dessen Preiß Was man weiß Weit weit übergehet. Herr, wir sehnen da uns hin,

End uns dieses Pilger-Leben, Laß von hier sich unsern Sinn Stets hinauff erheben, Bis nach unserm Tode wir

Gar bey Dir Ohn auffhören schweben.

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