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1632

[Herr, es mangelt nicht an dir]

Simon Dach

Herr, es mangelt nicht an dir, Täglich schickstu zu vns Bohten, Klopffst an vnsrer Hertzen Thür Durch die grosse Zahl der Todten:

Täglich senckt man Leichen ein Die vns heissen wache seyn. Wie, wenn eine Wolcke treufft, Es nicht groß gemerckt kan werden,

Daß das Wasser sich verschläufft In den dürren Schohs der Erden: Also schluckt das weite Grab Vns, sein Mast-Vieh, stets hinab.

Lässest Du nicht fort vnd fort Vns Begräbnis-Lieder singen? Machst, daß täglich hie vnd dort Trawrig alle Glocken klingen?

Nur daß ja ein jeder wol An sein Ende dencken sol. Selig ist, der sich von hier Kan bey zeiten zu Dir wenden,

Vnd nimbt seinen Tod von Dir Wie mit außgestreckten Händen, Nicht sich an der Welt vergafft, Vnd wird plötzlich hingerafft!

Bring, Herr, vnsern Sinnen bey, Daß sie kennen dieses Leben, Wie es gantz so eitel sey, Vnd in jenes sich erheben,

Da kein Tod, kein Leid noch Pein Ewig wird zu finden seyn!

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