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1632

[Ein jeder stellet hie auff Erden]

Simon Dach

Auff etwas seinen Muth, Vnd ruht nicht bis es ihm kan werden, Diß ist sein höchstes Gut. Der eine strebt nach grossen Ehren,

Der ander nach Verstand, Und der wil seinen Vorraht mehren Durch Arbeit seiner Hand. Daher entstehn die vielen Sorgen,

Der Jammer und die Pein, Die uns verfolgen von dem Morgen Bis in die Nacht hinein. In solchem Vorsatz und Verlangen

Wie werden doch so viel Vom Tode plötzlich auffgefangen Und treffen nicht das Ziel. Die aber noch den Zweg erhalten

Was haben sie davon? Der Tod zwingt alles zu erkalten, Wo bleibt der Arbeit Lohn? Wo bleibt der Hencker im Gewissen

Das Vnrecht, die Gewalt, Die häuffig offt mit eingerissen In vielerley Gestalt? Ich habe mir ein Gut erlesen

Das nicht wird unttergehn, Das Zeit und Fall und alles Wesen Der Welt wird überstehn. An dem kein Vnrecht Theil kan haben,

Daß mich in dieser Zeit, Was Unglück sich ereugt, kan laben Und dort in Ewigkeit. Ich habe Lust aus diesem Leiden

Durch einen selign Tod, In festem Glauben ab zu scheiden Zu meinem wahren GOTT. Vnd weil ich Christum mir erkohren,

Wünsch ich bey Ihm zu seyn, Denn alles halt ich sonst verlohren Ohn seine Gunst allein. Kan dieser schöne Wunsch mir werden

Sag' ich dem schnöden Pracht, Dem falschen Schein der eitlen Erden Vnd allem gutte Nacht. Herr Jesu steh mir nur zur Seiten,

Lehr mich die Welt-Begier Sammt Sünde, Zeit und Tod bestreiten, Und nimb mich bald zu Dir.

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