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1632

Christliches Begräbniß-Liedchen

Simon Dach

Jetzund ist die letzte Zeit, Wachet, Christus wird vernommen, Der in seiner Herrlicheit Zum Gericht sol kommen

Seine Welt-Posaun erschallt Also bald, Wie verlangt die Frommen! Offtmals wird der Monde Blut,

Offtmals muß die Sonn' erbleichen, Die Natur musst Kraft und Muht, Die Gestirne weichen, Und daß stoltze Hertz entfällt

In der Welt Allen Königreichen. Trew vnd Redlicheit erliegt, Vnd die Lieb ist längst verschwunden,

Weil Gewalt vnd Vnrecht siegt, Liegt das Recht gebunden, Vnd es wird an allem Ort Krieg und Mord

Raub und Brand gefunden. Vnd wir wolten trawrig seyn Wenn uns vnsre Kinder sterben, Die für dieser Erden Pein

Doch den Himmel erben, Vnd der Ausserwehlten Stand Gottes Hand Durch den Glauben werben?

Führt kein heidnisches Geschrey, Christus würdigt sie zu küssen, Sagt, daß ihr der Himmel sey Vns nicht aus zu schliessen,

Also doch daß wir vorhin An dem Sinn Kinder werden müssen. Die jhr jetzt des Grabes Wust

Einbringt ängstig von Gebärden, Sollen euch in höchster Lust Endlich wieder werden, Wenn der letzten Trommten Schall

Vberall Vns rufft aus der Erden. Wacht viellieber allezeit Daß, wenn Christus wird erscheinen,

Ihr im Glauben fertig seyd Als die lieben Seinen, Welcher schläfft, er kömpt behend, Wird ohn End

In der Hellen weinen.

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